Große Moschee, Algier

Wie baut man heute eine Moschee?

In der Bucht von Algier ist ein faszinierender Sakralraum entstanden: die nach Mekka und Medina drittgrößte Moschee der Welt. Ein Gemeinschaftswerk von Architekt*innen, Ingenieur*innen und Bauarbeiter*innen aus drei Kulturkreisen – Europa, Afrika und China.

Mit der Moschee haben wir den im Maghreb weit verbreiteten Bautypus der Säulenhalle neu interpretiert. Als kluges Zitat der lokalen Palmenvegetation ist das gestalterische Leitmotiv eine florale Säule, die alle Bereiche des Gebäude-Ensembles miteinander verbindet.
Den großen Gebetssaal mit zentraler Kuppel, in dem bis zu 35.000 Gläubige Platz finden, prägt ein „Wald“ aus eng gestaffelten, jeweils 45 Meter hohen Säulen. Deren große Kapitellflächen ermöglichen nicht nur raumakustische Maßnahmen, sondern sorgen auch für eine gute Lüftung und die Entwässerung der Dachflächen.

Zum Baukomplex gehören neben dem Gebetssaal zwei großzügige Vorhöfe und ein 265 Meter hohes Minarett. Als höchstes Bauwerk Afrikas bildet die Moschee eine beeindruckenden Stadt- und Landmarke.
Innerhalb des Komplexes befinden sich – ähnlich wie in einem Stadtzentrum – Geschäfte, Restaurants, Museen und ein Kino. Ein weitläufiger Park verbindet den nach Mekka gerichteten und 600 Meter langen Bau mit einem südlich gelegenen Kongresszentrum, einer Bibliothek und einer Imamschule.

Indem maghrebinische Tradition und europäische Moderne eine kluge Einheit bilden.

Projekt: Große Moschee, Algier

Auftraggeber: ANARGEMA

BGF: 358.200 m²

BRI: 1.768.150 m³

Wettbewerb: 01/2008, 1. Preis

Grundsteinlegung: 11/2011

Fertigstellung: 2020

Foto: Schnepp Renou, Zinedine Zebar

Auszeichnungen: International Architecture Award 2021

Entwurfskonzept
Nutzungskonzept

„Wir haben uns in die Kultur vertieft, in den Maghreb an sich, in die islamische Religion und in die Geschichte Algiers. Das ist wichtig, wenn man in fremden Ländern plant.“

Die große Moschee von Algier folgt einer großen Verknüpfungsidee: Sie vereint maghrebinische Tradition mit europäischer Moderne. 120.000 Besucher*innen täglich machen sie heute zum kulturellen und religiösen Zentrum der Stadt.

Skizzen Jürgen Engel

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