Bundesministerium für Gesundheit, Berlin

Ein modernes Ministerium und Architektur aus der Kaiserzeit – ist das kein Widerspruch?

Denkmalgeschütze Bauten sind Zeugen ihrer Entstehungszeit. Genau wie sich Menschen im Leben weiterentwickeln, so passen sich auch Gebäude mit der Zeit an. Sie werden saniert, umgebaut oder neu genutzt.

So ergeht es auch dem 1890 erbauten Stammsitz der Deutschen Bank in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Bauhaus-Schüler Fritz Ehrlich war einer der Architekten, die das Gebäude umgenutzt haben – beispielsweise 1950 als Sitz des DDR-Innenministeriums und der Zentrale der DDR-Volkspolizei oder nach der Wende als Sitz der Gauck-Behörde. Im heutigen Zuhause des Bundesministeriums für Gesundheit trifft Architektur der Kaiserzeit auf Architektur der Moderne.

Unser Entwurf sieht eine behutsame Sanierung – den denkmalpflegerischen Anforderungen entsprechend – und eine zeitgemäße, repräsentative Büronutzung vor. Dazu stellen wir die ursprüngliche Gebäudegeometrie aus der Kaiserzeit mit vier Innenhöfen wieder her. Einer der vier Höfe erhält dabei ein filigranes Glasdach, was Raum für eine moderne Cafeteria schafft. Die baulichen Maßnahmen orientieren sich am Originalzustand: Das repräsentative, ovale Foyer werten wir mit einem zentralen Treppenaufgang auf. Akzente aus der Kaiserzeit wie die historische Farbgebung und die Stuckelemente interpretieren wir modern.

Vergangenheit und Zukunft nachhaltig zu verbinden, ist Ausdruck unserer Wertschätzung.

Projekt: Bundesministerium für Gesundheit, Berlin

Auftraggeber: Bundesanstalt für Immobilienaufgabe

BGF: 64.790 m²

Wettbewerb: 07/2017, 1. Preis ÖPP Verfahren

Fertigstellung: 2021

„Nachhaltige Architektur bedeutet für uns: Erhalt durch Transformation von Bestandsgebäuden.“

Ein modernes Ministerium soll sich in einer historischen Bausubstanz zu Hause fühlen. Dafür fügten wir neue, hochwertige Elemente hinzu und verliehen ehemaligen Bestandteilen neuen Glanz.

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